Über andere Girlfags

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Über andere Girlfags




Ich möchte hier Berichte anderer GirlFags zusammenstellen (siehe unten).

Denn wenn wir auch einen wesentlichen Punkt gemeinsam haben, sind wir doch in vielerlei Hinsicht völlig unterschiedlich.
Die Vielfalt des Themas soll hier - zumindest ein bisschen - präsentiert werden!

Deshalb suche ich natürlich Freiwillige, die hier (gern auch anonym) ihre Geschichte erzählen wollen. Wer mir bei der Vervollständigung dieser Seite helfen möchte, kann mich über die Kontakt-Seite erreichen.


Eine Umfrage unter 115 GirlFags ("fully or partially identif[y] as girlfag") auf www.girlfags.com ergab folgende Ergebnisse:

29 bezeichnen sich als heterosexuell
80 als bisexuell
03 als lesbisch
48 als genderqueer
33 als nicht genderqueer
71 sehen sich teilweise oder vollständig als "gay man in a woman's body"
29 sehen sich nicht so

94 genießen die Teilnahme an der schwulen Community
16 interessieren sich nicht dafür

99 sehen gerne schwule Pornos
08 tun dies nicht gerne

101 würden gerne realen schwulen Sex sehen
11 nicht

105 hätten gerne Sex in einer Dreierkonstellation mit schwulen/bisexuellen Männern
10 wünschen dies nicht

105 fühlen sich von schwulen/bisexuellen Männern in romantischer Hinsicht angezogen
07 nicht

66 fühlen sich zu anderen Girlfags hingezogen
31 nicht

62 fühlen sich zu manchen Trans*Leuten hingezogen
33 nicht


(Quelle: U. Meyer: Almost homosexual, S. 75)

Dies zeigt schon deutlich, wie sehr das "GirlFags-Konzept" variieren kann. Das soll hier mit den Geschichten anderer GirlFags untermalt werden - schließlich gibt es mehr als meine Sicht der Dinge.

Ich möchte an dieser Stelle noch einmal darauf hinweisen, dass ich keinerlei Autorität auf diesem Gebiet besitze! Ich bin eine von vielen - und noch dazu eine, die noch gar nicht so lange weiß, was mit ihr los ist! Ich möchte hier nur eine Plattform bieten, für alle, die noch nicht wissen, was mit ihnen los ist oder sich noch nicht sicher sind oder einfach Gleichgesinnte und Austausch suchen.
Was ich schreibe, oder was andere hier schreiben, ist immer nur die persönliche Erfahrens- und Gefühlswelt und hat nichts mit einer allgemeingültigen "Definition" von Girlfags zu tun!
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Liam

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Über andere Girlfags :: Kommentare

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Beitrag am So 10 Jun 2012, 8:13 pm  Liam

Danke an Aglaia!


"Flauschige Federboas, bunte Perücken, flippige Fummel, winkende Hände, die die Regenbogenfahne schwenken, lächelnde Gesichter. Bonbons und Kondome werden ins Publikum geworfen. Konfetti und Girlanden, Glitter und Glamour, wohin das Auge reicht. Es ist voll, schrill und unheimlich laut. Es ist wieder mal CSD und wir stehen mittendrin. Der Mann, mit dem ich hier bin, ist erstaunt, dass seine Freundin plötzlich so aufgedreht ist und mitfiebert. „Was ist nur los mit ihr?“ Er hat keine Erklärung dafür, versteht es nicht, weiß es nicht. Wie sollte er auch? Sie weiß es ja selbst nicht einmal. „Was wollen wir hier eigentlich? Schließlich gehören wir doch gar nicht dazu“, meint er. Wie lange wir hier eigentlich noch eingeklemmt stehen und uns das angucken müssten, schreit er mir jetzt entnervt ins Ohr. Dann schaut er mich fragend an und mimt ein „Gehen wir doch endlich!“ Das kommt für mich nicht in Frage – nein, ich will nicht gehen, auf gar keinen Fall! Ich bleibe wie angewurzelt stehen und verfolge gebannt die Parade. Ich spüre, wie er mich auffordernd anstarrt...und reagiere nicht.

Er findet die Person, die da neben ihm steht und deren Hand er nun fasst, des Öfteren ziemlich seltsam – anders als die Frauen, mit denen er vorher zusammen war, anders als alle Frauen, die er überhaupt kennt. Eine „Exotin“ eben – ein Wort, mit dem ich immer wieder bezeichnet werde. Warum versuche ich immer, wenn wir zusammen shoppen gehen, Klamotten einzureden, mit denen er unter aller Garantie wie ein Schwuler aussehen würde? Das, was er am meisten fürchtet, nämlich nicht männlich genug zu sein, wünsche ich mir am sehnlichsten, hervorzuholen. Ob ich schon mal etwas mit einer Frau gehabt habe, hat er mich auch schon wiederholt gefragt und mich jedes Mal, wenn ich dies verneinte, ungläubig angeblickt. Warum also dann die Affinität für die Homo-Kultur, das Eintreten für sie, das Interesse an ihnen?


Den Mann an meiner Seite gibt es übrigens nicht mehr. Die Beziehung ist kaputt gegangen, wie bereits einige andere vor ihr. Ob das an meiner Andersartigkeit liegt, weiß ich nicht. Diese Frage stelle ich mir auch nicht – nicht mehr jedenfalls, denn ich habe aufgehört, die Schuld immer bei mir zu suchen. Ich bin so, wie ich bin und genau so – und nicht anders – möchte ich sein und auch bleiben.

Ich bin vieles, aber vor allem bin ich schwul. Das war ich schon immer, nur kann ich es erst seit kurzem – dank Ili – beim Namen nennen. Bisher habe ich immer augenzwinkernd behauptet, dass ich ein Gay bin, der im Körper einer Frau gefangen ist bzw. mich selbstironisch als „tuntige Tussi“ bezeichnet. Mit meiner Körperinszenierung versuche ich, Weiblichkeit als Artefakt auszustellen, mich in einem durchaus theatralischen Sinne als Frau zu inszenieren. Schminken ist für mich wie ein Ritual, die weibliche Maskerade Konzept, Natürlichkeit nicht erstrebenswert. Stattdessen versuche ich, Mythen von Weiblichkeit auszubeuten. In einer Gay-Bar auf den ersten Blick für eine Drag Queen gehalten zu werden, ist das größte Kompliment, das man mir machen kann. In mir und meiner Person prallen Extremwelten aufeinander; ich habe viele weibliche, aber auch viele männliche Elemente in mir. An Frauen habe ich mich nie orientiert, mit wenigen komme ich gut aus. Oft langweilen sie mich mit ihren Gesprächsthemen oder ihre Art geht mir auf die Nerven.

Hingegen übt alles, was mit homo und trans zu tun hat, auf mich eine magische Anziehungskraft aus. Sei es die Schwulen-Bar an der Ecke oder ein wissenschaftliches Thema an der Uni – alle Wege und seien sie auch noch so steinig und beschwerlich, führen mich, auch über Umwege, zu diesem Zentrum meines Lebens. Das schlummert immer in mir. Mal ist es stärker, mal schwächer, aber tot ist es nie. Unterdrücken will und kann ich es nicht, denn nur wenn ich mein Schwulsein lebe, bin ich glücklich. Es gehört zu mir, ist ein Teil von mir geworden. Ein Teil, den ich nicht missen möchte und zu dem ich voll und ganz stehe. Der innere Kreis meiner Familie weiß davon und meine schwulen Freunde waren bei mir zu Hause ohnehin immer willkommen. Alles, was ich tue, mache ich offen und bewusst. Nichts ist mir mehr verhasst, als wenn sich jemand feige versteckt, lügt und betrügt, eine Scheinwelt errichtet, nur um sich der Mittelmäßigkeit seiner Umwelt anzupassen.

Dass der Männergeschmack anderer Frauen von meinem abweicht, ist mir bewusst. Ja, es gibt durchaus Frauen, die nicht auf Mega-Machos stehen. Welche, die das verschmitzte Lächeln eines George Clooney absolut kalt lässt, der Augenaufschlag und Hüftschwung einer schönen Drag Queen aber den Verstand raubt. In der Tat: je femininer ein Mann ist und je tuntiger sein Gehabe, desto sympathischer ist er mir. Ich mag gezupfte Augenbrauen und einen Körper, der so glatt ist wie ein Babypopo, mitunter aber auch Wimperntusche, Lippenstift und Seidenstrümpfe an einem Mann. Was mich primär interessiert, ist der kreative Prozess daran, die Lust an der Maskerade, die Verwandlung in eine andere Person. Wenn ich könnte, es technisch machbar wäre, würde ich am liebsten jeden Tag eine andere sein. In der letzten Zeit habe ich mich wieder einmal sehr intensiv – und zwar wissenschaftlich – mit dem Thema Transgender auseinandergesetzt. Meine realen Begegnungen sind zwar äußerst spärlich, aber im Großen und Ganzen recht positiv. Nun möchte ich mich bewusst mit der Gruppe konfrontieren, um auszuloten, wie ich mich in ihrer Gegenwart fühle. Vielleicht stelle ich mir das alles zu romantisch vor, aber ich hätte gerne ein paar neue „Freundinnen“. Dann würde ich mit ihnen shoppen und in ganz normale Cafés gehen, den Leuten zeigen, dass man sich nicht verstecken muss, nur weil man auf die eine oder andere Art eben anders ist und dies durch seine Körperinszenierung zum Ausdruck bringt. Auch der Gedanke, einen Freund und eine Freundin in ein- und derselben Person zu finden, erfreut mich. Endlich ein Mann, mit dem man sich über Klamotten und Kosmetik unterhalten kann. Einer, der ebenfalls einen Teil des Tages im Badezimmer verbringt und für meine Schmink-Exzesse Verständnis hat. Einer, der Sinn für Schönheit und Ästhetik hat! Was könnte sich eine Frau wie ich mehr wünschen?

Wohin die Tendenz gehen wird, ist zwar derzeit nicht absehbar, aber ich spüre, wie mein Männergeschmack kontinuierlich femininer wird. Es bleibt jedoch augenscheinlich bei XY, könnte aber auch ohne weiteres bis zur Mann-zu-Frau-Transsexualität gehen. Das kommt immer auf den Menschen – nicht auf das Geschlecht an, denn nicht ob Mann oder Frau, sondern allein der Mensch ist es, der zählt...und es braucht nur einen einzigen – aber eben den richtigen – um glücklich zu sein."

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Beitrag am So 10 Jun 2012, 8:14 pm  Liam

Danke an Anne


"Ich bin mit Ili seit mehreren Jahren befreundet und ich glaube, dass wir uns gegenseitig viel unterstützen konnten, gerade im Hinblick auf unsere Vorliebe für schwule Männer und den Umgang mit diesem Thema in der Öffentlichkeit. Und gerade zu Anfang 2008 waren wir beide einem Wandel unterlaufen: wir sind GirlsFags!

Eine Email von Ili, im Anhang befand sich ein Artikel in meinem Mail-Postfach... ahh, es geht um Homosexualität, „unser Thema“ J. Klingt gut, dachte ich mir und druckte ihn aus. Zu diesem Zeitpunkt wusste ich nicht, dass dieser Artikel mein gesamtes Bild von mir in wenigen Minuten verändern wird. Ich las und las und las... und war verwirrt wie nie zuvor. Ich war gerade mitten in einer Selbstfindungskrise und das einzige, was ich nicht angezweifelt hatte, war meine Sexualität... Und nun? Nun stand ich Kopf und mit mir alle meine Gefühle und Gedanken. Ich wusste nicht wohin mit mir, war total nervös, lief permanent umher. „Kann das sein?“ – fragte ich mich. Ich nahm immer und immer wieder den Artikel und las:
„A straight man can look good to me but… when I know a man is gay when he’s picked up some of the gay male culture tricks and mannerism, I don’t know, it just turns me on… I think what turns me on is the idea of two man having an emotional relationship. […] I’ve fantasized being a beautiful boy in a loving relationship with a man (quoted in Decarnin1981:10,11, quoted in Bagermihl 1999: 387)” (Quelle: http://www.liminalis.de/artikel/Liminalis2007_meyer.pdf)

Das war ich. Das hätte ich gesagt haben können. Ich habe mich in diesem Artikel wiedererkannt und dachte: das, was ich empfinde, hat einen Namen. Ich bin ein schwules Mädchen oder eine schwule Frau oder eben eine Girlfag. Das war großartig zu wissen!!! Und irgendwie erleichternd, dass es das, was ich bin gibt und geben darf.

Trotzdem waren die nächsten Wochen und Monate gezeichnet von Selbstzweifeln, denn das Wissen „Ich stehe auf schwule Männer und empfinde schwul“ hat die Konsequenz, dass ich erkennen musste, dass es verdammt schwer werden würde, eine Beziehung aufbauen zu können. Depressive Nachmittage wechselten sich mit überzeugten „Ja, ich bin schwul“ – Bekenntnissen ab und ich fühlte mich ständig hin und her geworfen. Es hat lange gedauert, bis ich es für mich selbst akzeptieren konnte, denn zwischen erkennen und akzeptieren gibt es große Unterschiede!

Ein Blick zurück:
Ich habe mich lange nicht als DAS typische Mädchen gefühlt; schon im Kindergarten fand ich es viel cooler mit den Jungs zusammen mit Autos, Bausteinen etc zu spielen und draußen mit ihnen zu toben. Logischerweise hatte ich einen besten Freund im Kindergarten, aber keine beste Freundin. Die Mädchen fand ich weitestgehend doof und irgendwie lockte es mich nicht sehr mit ihnen etwas zu unternehmen. Trotzdem habe ich auch meine Puppe geliebt und mich – ganz die brave Mutter – liebevoll um sie gekümmert. Aber bis in die Grundschulzeit hinein wollte ich immer lieber ein Junge sein.

Mit Eintritt in die Pubertät konnte ich es vor mir selbst nun nicht mehr verleugnen und fand mich irgendwie hinein in dieses „Mädchen-/Frausein“. Ich interessierte mich für Jungs, kam nun auch bedeutend besser mit meinen Mitschülerinnen zurecht und fühlte mich dann auch endlich richtig wohl in meinem Körper; kein Gedanke mehr daran ein Junge sein zu wollen.

In der Frage nach meiner sexuellen Orientierung habe ich ein wenig gebraucht, um die (vorläufige) Antwort für mich herauszubekommen. Mir war dann mit ungefähr 14/15 Jahren klar: okay, du stehst auf Männer... hmm, aber Frauen sind nicht völlig uninteressant. Da die Präferenz jedoch eindeutig beim männlichen Geschlecht lag und liegt, habe ich für mich folgendes Konstrukt gebaut: zu 90% stehe ich auf Männer, zu 10% auf Frauen. Ich bin damit auch immer völlig offen gegenüber meinen Freunden umgegangen, wenn auch zunächst im Spaß, da ich nicht wusste, wie tolerant diese wiederum demgegenüber sind. Meine Mitschüler fanden das offensichtlich ganz lustig und es hat keiner negativ reagiert; meine beste Freundin wusste, dass meine Bisexualität mein voller Ernst war, ob die anderen das letztendlich auch so sahen, weiß ich nicht. Aber ich hatte und habe immer das gute Gefühl meinen Gegenüber (mit Ausnahme meiner Familie, da weiß das keiner) ehrlich zu sein und mich nicht verstecken zu müssen – ob meine Mitschüler das nun geglaubt haben oder nicht. Mir war zu diesem Zeitpunkt aber noch nicht völlig klar, dass ich auf eine „spezielle“ Art Männer stehe.

Dann kam die Zeit (besser gesagt, die WICHTIGSTE und prägendste Zeit auf dem Weg der Entdeckung „Ich bin eine GirlFag“), dass Ili und eine weitere Freundin in mein Leben traten. Ich fand schnell heraus, dass wir alle etwas gemeinsam hatten: schwule Männer, egal ob in Büchern, in Filmen, auf Fotos, in Mangas... Mit wöchentlichen Gay-TV-Tipps und entsprechenden Bildern wuchs ich dann sozusagen auf und rutschte immer mehr und mehr hinein in mein m/m-Leben – und ich genoss es! Es war das, was ich wollte. Schwule Männer!!! Das reizte mich – vielleicht weil es eine Spur von Verbotenheit hatte, und wie Ili schaute ich diese Filme zunächst heimlich und die Bilder von Küssen etc habe ich mir unendliche Male in der Wiederholung angesehen. Es faszinierte mich!!!

Und ich fühlte mich wohl und akzeptiert in unserer kleinen Gruppe, was letztendlich darin resultierte, dass ich immer selbstbewusster mit meiner sexuellen Orientierung, aber auch mit meinem „Schwulen-Tick“ umging und dann auch ne ganze Menge Bescheid wussten, dass Anne gern Schwulen-Filme sieht. Ich weiß nicht, ob ich dieses Selbstbewusstsein ohne die Unterstützung meiner Freunde entwickelt hätte.

Zur gleichen Zeit verliebte ich mich – und: Er war meine erste schwule Liebe. Es hat lange (Jahre) gedauert, bis ich mich innerlich wirklich von ihm trennen konnte und die Tatsache „Es geht nicht“ akzeptieren konnte. Eigentlich begann hier – im Nachhinein gesehen – schon der Anfang, dieses „es könnte ja vielleicht sein, dass du auf schwule Männer stehst“, denn in der Folge fand ich den Gedanken an einen schwulen Mann interessanter als den an einen Hetero-Mann.

Mit Beginn meiner Studienzeit, der mit dem Aufbau eines komplett neuen Freundeskreises einherging, fand ich einen netten Kerl – er war schwul, wie könnte es anders sein, aber das fand ich erst nach etwa einem halben Jahr heraus. Ich mochte ihn als Freund; ich konnte mich wunderbar mit ihm unterhalten; wir haben sehr ähnlich Interessen; wir verstehen uns blind. Aber als ich erfuhr, dass er schwul ist, da war da noch etwas mehr. Er interessierte mich einfach mehr, sein Schwulsein zog mich magisch an. Er ist jetzt mein bester Freund, aber trotzdem bleibt immer das Gefühl, dass man eigentlich ganz gern etwas möchte, was letztendlich nicht möglich ist. Und seitdem er vergeben ist, steigert sich das ganze zum Teil noch, denn die Vorstellung zweier Schwuler findet ich nun mal erregend...

Ich fühle mich aber definitiv nicht als FagHag. Ich bin gerne umgeben von Schwulen und mein Freundeskreis besteht auch mindestens zur Hälfte aus Homo- bzw. Bisexuellen, aber mir geht es nicht darum die nette Schwulenmutti von nebenan zu sein. Ich möchte eine Beziehung haben. Mit schwulen oder bisexuellen Männern. Das ist mir dieses Jahr nun endlich vollkommen klar geworden. Trotzdem ist der Begriff der GirlFags noch viel zu wenig bekannt, das habe ich in meinem Freundeskreis erkannt und versucht ihn zum Teil zumindest im Sprachgebrauch zu etablieren – zunächst aber erst in absolut toleranten Kreisen, denn ich habe auch die Erfahrung machen müssen, dass ein leider in vielen Köpfen noch existierendes „Anderssein“ (??? Für mich ist es ein „Normalsein“ und keine Besonderheit bzw. will ich keine Besonderheit hinsichtlich meiner sex. Orientierung sein) bezüglich meines Interesses für Schwule auch unter der angeblich ach-so-toleranten Studentenschaft ein Grund ist, mit verächtlichen Blicken angesehen zu werden bzw. spottende Kommentare zu hören, die mich wirklich verletzt haben.

Tja, und seit meiner ersten großen (schwulen) Liebe in der Oberstufe? Seitdem gab es einige heterosexuelle Flirts, eine zweijährige heterosexuelle Beziehung, aber das, was ich ganz tief in mir als Sehnsucht nach einem schwulen oder bisexuellen Mann suche, habe ich bisher noch nicht gefunden."

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Beitrag am So 10 Jun 2012, 8:16 pm  Liam

Danke an ganymed!


"Ich bin Mitte 40, also nicht mehr so ganz die Jüngste… Ich weiss seit etwa Anfang Mai, dass es diese wunderbare Webseite gibt. Und von hier weiss ich wiederum, dass es andere Frauen gibt, die genauso oder ähnlich empfinden. Es war, als hätte sich eine Türe geöffnet, an der ich bislang immer vorbeigelaufen bin.

Ich würde sagen, dass ich in meinem ganzen Auftreten eigentlich immer schon eher burschikos war, nicht besonders fraulich, will sagen, die männliche Seite war schon irgendwie mit drin. Als Kind bis zum Beginn der Pubertät ein echter Tomboy mit dem sehnlichsten Wunsch, ein Junge zu werden. Ausgrenzung von Mädchen und abschätzige Bemerkungen haben mich immer auf die Palme gebracht. Immer musste ich (mir?) zeigen, dass ich noch höher klettern, noch weiter springen, noch mutiger sein konnte als Jungen. Die Pubertät war bei mir aus verschiedenen Gründen eine sehr schwierige Phase, in der ich mich ausser für Lesen für fast gar nichts interessiert habe. Merkwürdigerweise habe ich an diese Zeit nur sehr vage Erinnerungen.
Seit ich 20 war und mit dem Studium angefangen hatte, kamen in meinem Freundeskreis die meisten Männer aus der (mehr oder weniger ausgelebten) schwulen Ecke, was mir aber nie Anlass zu grösseren Überlegungen gegeben hat, da mein bester Freund schwul ist und seine Freunde dann eben überwiegend auch. In ihrer Gesellschaft habe ich mich immer sehr wohl gefühlt, weiter gelaufen ist da natürlich gar nix. Alles eher kameradschaftlich. Heterofreunde und kleine Affären hatte ich natürlich auch, aber – rückblickend meine ich –war da vielleicht immer schon noch was anderes, was ich aber nie definieren konnte.
Dass ich in manchen Romanen die homoerotischen Szenen im wahrsten Sinn des Wortes besonders prickelnd fand, war verwunderlich, ich habe es aber einfach so hingenommen. Leider kenne ich z.B. so gut wie keine schwulen Filme (ja, das gibt’s!) und Queer as folk ist gänzlich an mir vorübergegangen. Trotzdem ist es so, dass ich in meinen erotischen Fantasien eben auch ein Mann bin, was 1000mal erregender ist als alles andere.

Was also jahrelang als diffuses Gefühl in mir herumschwirrte, hat nun konkreter Gestalt angenommen. In gewisser Weise ist das befreiend, andererseits sehr verwirrend. Zumindest heute kann ich mit einem guten Gefühl für mich sagen:
ICH BIN EINE SCHWULE FRAU!"

Zuletzt von Liam am So 10 Jun 2012, 8:20 pm bearbeitet; insgesamt 1-mal bearbeitet

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Beitrag am So 10 Jun 2012, 8:18 pm  Liam

Danke an Melanie!


"Eigentlich fing es schon in meiner Kindheit an. Ich war nie ein typisches Mädchen, ich spielte im Kindergarten nur mit Jungs, mochte die kleinen Matchboxautos lieber als Barbies und tollte lieber im Dreck und Matsch herum, anstatt mir vorm Spiegel Kleider anzuziehen. Meine Mutter sagte immer, ich sei schlimmer gewesen als zehn Jungs und als ich zur Kommunion ein Kleid anziehen sollte, gab es einen regelrechten Krieg. Ich machte mir nie Gedanken über mein Geschlecht oder wie ich mich verhalten sollte, ich war einfach so wie ich sein wollte. Anfang meiner Pubertät, so mit 12 Jahren, begriff ich, dass ich charakterlich eher ein Junge war. Auch wenn andere zu mir sagten, ich würde mich benehmen wie ein Junge, erfüllte mich das eher mit Freude statt mit Wut, bestätigte es doch meine Gefühle. Ich fand nie großen Anschluss zu Mädchen. Ihre Gespräche langweilten mich und ich konnte ihren Interessen einfach nichts abgewinnen, die Jungs in der Schule wollten mit mir aber auch nicht befreundet sein, weil sie Angst hatten, dafür ausgelacht zu werden, wenn sie mit einem Mädchen spielten.

Seit Ende meines 14. Lebensjahrs weiß ich, dass ich auf Männerliebe stehe. Auch wenn ich vorher schon immer ein komisches Gefühl hatte, wenn ich bei meinem Freund hinten auf dem Moped sass und sein Hinterteil sich zwischen meine Beine schmiegte, machte ich mir damals keine Gedanken darüber.

Dann sah ich einen Film (Einsam, Zweisam, Dreisam) im Fernsehen, den ich irgendwie toll fand. Es war schon nach 22 Uhr und meine Mutter holte mich vorm Fernseher weg. Es half aber nichts, ich schlich mich einfach ins Wohnzimmer und schaute den Film dort weiter. Erst am Schluss, als der eine Student dem anderen an den Hintern fasste, wusste ich, warum ich mir den ganzen Film reingezogen hatte. Eine Beziehung zu zwei Jungs, fand ich schon damals interessant aber DAS löste noch etwas ganz anderes bei mir aus. Es war als ob man einen Vorhang von etwas lüftete, das bereits schon die ganze Zeit da war, man es aber einfach nicht sehen konnte.

Ich redete mit niemandem darüber, dass ich es scharf finde, wenn zwei Jungs zärtlich zueinander sind, es war mir peinlich und ich hatte Angst ausgelacht und genauso wie ein Schwuler diskriminiert zu werden. Wahrscheinlich wäre das bei meinem damaligen, schwulenfeindlichen Umfeld auch genau so passiert.

Die Zeit verging und mit ihr auch meine Beziehungen. Ich hatte viele Freunde und weil mir immer irgendetwas fehlte, hielten die Beziehungen auch nie sehr lange. Selbst bei Jungs in die ich wirklich sehr verliebt war und für die ich alles tat, spürte ich immer eine gewisse Leere, die ich aber auch nicht genau benennen konnte.

Irgendwann wurden die Phantasien von Männern, die Sex miteinander haben, immer intensiver und so begab ich mich ins Internet, um mir einen dieser kurzen, kostenlosen Schwulenpornoclips herunterzuladen. Was ich dort sehen konnte, stieß mich aber eher ab. Die Darsteller waren ziemlich hässlich, unrasiert und grob zueinander. Dies entmutigte mich erst mal so, dass ich keine weiteren Pornos mehr herunterlud. Meine Phantasien hingegen hielten an und ich begnügte mich damit Bilder von schmusenden Männern aus dem Netz zu sammeln. Die Phantasien wurden immer manifester und es kristallisierte sich heraus, dass sie entweder aus MMF bestanden, bei denen die Männer mit mir und auch miteinander Zärtlichkeiten austauschten oder es waren gleich reine MM Phantasien. Versuchte ich mir hingegen eine Frau und einen Mann vorzustellen, konnte mich das nicht erregen. Ich war auch nie ein Freund dieser romantischen Mann/Frau-Poster, eins mit zwei Männern hingegen suchte ich händeringend vergebens.

Schließlich geschah es dann einige Monate nach meinem 18. Geburtstag: Ich war schon eine Zeit lang mit meinem Freund zusammen, den ich „spaßeshalber“ immer wieder beim Fernsehgucken anstichelte, wenn gutaussehende Männer zu sehen waren: „Na, der gefällt dir doch, gib’s doch zu!“ oder auch „Ich werde nicht sauer, wenn du zugibst, dass du auf den stehst!“ Aber von ihm kam immer nur zurück, dass das voll eklig sei und sein Arsch Jungfrau bleibe.

Da saß dann nun in einer Kneipe der gleiche Mann vor mir, der besagte Sprüche immer dann inbrünstig von sich gab, wenn ich ihm zeigte, dass ich seiner evtl. homosexuellen Seite Tür und Tor offen hielt. Wir waren erst herein gekommen und hatten noch nichts getrunken (es wundert mich bis heute, dass er nüchtern so ein Geständnis aus sich raus brachte), ein lustiges Thema wurde angeschnitten, wir diskutierten nämlich darüber, in wen wir in unserer Schulzeit verliebt waren. Ich erzählte ein paar lustige Sachen und dann fragte ich ihn, wie es denn bei ihm war. Seine kurze Antwort sollte mein gesamtes Bild über ihn ins Wanken bringen. Der „Hardcore-Hetero“, wie ich ihn in meinen Gedanken schon nannte, sollte binnen weniger Sekunden aus meinem Gehirn radiert sein. Ungefähr folgender Satz fiel: „Ich habe mir immer nur die Jungs angeschaut, die Mädchen interessierten mich nicht.“ Er erzählte es so ganz nebenbei, als wäre es das Normalste der Welt (ist es ja eigentlich auch, wäre er zuvor nicht so homophob gewesen). Ich weiß nicht, wie ich in diesem Moment ausgesehen habe, ich glaube mir fiel die Kinnlade runter, ich weiß es nicht, jedenfalls herrschte erst mal Stille. Meine Gedanken rasten, ich verstand erst gar nicht was er mir damit sagen wollte. „Will er mir damit sagen, dass er früher auf Jungs stand?“ oder „Ist er schwul und will mich nicht mehr?“ Ich konnte nicht glauben, dass sich mein Traum so einfach erfüllen sollte, meine Befürchtungen drifteten sogar ins richtig Schlimme ab: „Hoffentlich steht er jetzt auf erwachsene Männer und nicht mehr auf Jungs!“

Ich fragte ihn dann noch etwas aus und zum Glück erwiesen sich all meine Bedenken als falsch. Er war schlicht und einfach bisexuell, ja er stand sogar eigentlich nur auf Männer, ich wäre da eine Ausnahme, er liebe mich eben gerade wegen meinem männlichen Charakter. Ich war absolut platt, ich dachte schon, dass er bestimmt einige Bilder von schmusenden Männern auf meinem Rechner gefunden hatte, somit wusste was mich anturnte und mir deshalb nach dem Mund redete. Ich liess erst mal nicht erkennen, was ich darüber dachte, ich war einfach zu baff. In meinem Kopf suchte ich verzweifelt nach dem Zeitpunkt, an dem er heimlich in meinem Rechner diese Bilder gefunden haben könnte, doch ich fand ihn nicht. Es passte für mich einfach nicht zusammen, denn ich habe ihm geschätzte hundertmal die Möglichkeit gegeben, zu sagen, dass er auf Männer steht, habe es sogar extra als Spaß verkleidet, damit er sich nachher fein rausreden kann, wenn er Angst bekommt.

Es dauerte bis zum nächsten Tag, dann fiel mir ein, wie er sich jetzt fühlen musste. Er wusste schließlich gar nicht, wie ich das finde und ob ich noch weiter mit ihm zusammenbleiben wollte. Also schrieb ich ihm eine SMS, dass ich seine Ehrlichkeit und Vertrauen super finde und dass ich ihn liebe. Ob er dazu steht oder nicht, wusste ich zu diesem Zeitpunkt noch gar nicht, deshalb hatte ich große Angst, ihm zu sagen, dass mich so was anmacht. Ich befürchtete ihm zu nahe zu treten oder von ihm als krank angesehen zu werden. Dennoch fasste ich mir am nächsten Tag ein Herz und „beichtete“ ihm, dass mich Männer untereinander extrem scharf machen. Man kann sich sicher vorstellen, was dann sexuell folgte. Ich kann nur sagen, dass ich für die geplanten Unternehmungen kein Auge mehr hatte, alles drehte sich nur noch darum, dass mein Freund, der unbekehrbare „Hardcore-Hetero“ bisexuell war. Ich fühlte mich wie auf Drogen, denn ich konnte an nichts mehr anderes denken, alles drehte sich nur noch darum, mein Bild von ihm auf den Kopf zu stellen.

Aber auch sexuell veränderte sich etwas sehr Gravierendes für mich. Durch Rimming und den Sex mit dem Strap On kam in mir ein ganz unbekanntes, sich verzehrendes Verlangen ans Tageslicht. Es war sehr viel animalischer und unkontrollierter als die Lust, die ich beim „Hetero-Sex“ spürte. Jedes Stöhnen von ihm und wenn er mit seinem ganzen Körper nach mehr verlangte, flutete mich mit einem unermesslichen Verlangen. Ich fühlte mich dabei männlich, stellte mir dabei vor ein Mann zu sein und auch wenn er sich dabei ebenfalls vorstellte, ich sei ein Mann, machte mich das unglaublich an. So etwas kannte ich von mir gar nicht. Wieder einmal war ich vollkommen baff. Diese sexuelle Energie war mir fremd, noch nie, selbst wenn ich noch so scharf auf einen Mann war, hatte ich eine derartig starke Lust verspürt. Ich konnte diese Lust nicht nur beim aktiven Verkehr spüren, sondern auch dann, wenn er mich anal nahm. Es machte mich unheimlich an, mir dabei vorzustellen sein Freund, anstatt seine Freundin zu sein. Selbst wie ich jetzt gerade darüber schreibe, läuft mir ein wohliger Schauer über den Rücken, wenn ich daran denke, wie er dabei stöhnte, als ich ihn mit dem Strap-On von hinten nahm, es ist einfach unbeschreiblich und es fällt mir schwer diese Gefühle in Worte zu fassen, weil ihnen keines so richtig gerecht wird. Ich grübelte viel darüber nach, woher das kommt und kam schließlich zu dem Schluss, dass es die ganze Zeit schon in mir geschlummert hatte und nur darauf wartete befreit zu werden. Endlich war die Lücke, diese unbenennbare Leere ausgefüllt. Dieses komische, intime Gefühl, wenn sich ein Männerhintern in meinen Schoss schmiegte, hatte nun einen Namen. Äußerlich änderte sich bei mir zwar nichts, ich war nach wie vor eine hübsche junge Frau, zog mich auch immer provokant aufreizend an und genoss die Blicke aber innerlich war in mir ein echtes Feuer entfacht.

Heute bin ich 23 Jahre alt, bin mit diesem bisexuellen „Hardcore-Hetero“ verheiratet und wir leben in dem wahrscheinlich intolerantesten Teil Deutschlands und da wir hier ein Haus und Arbeit haben, kommen wir so schnell hier auch nicht weg.

Dennoch haben wir uns auf die Suche nach einem zusätzlichen Bi-Mann begeben. Am liebsten für etwas Festes zu dritt. Und seitdem suchen wir ihn im Internet – den Bi-Mann, der männliche Frauen und Männer mag."

Zuletzt von Liam am So 10 Jun 2012, 8:19 pm bearbeitet; insgesamt 1-mal bearbeitet

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Beitrag am So 10 Jun 2012, 8:19 pm  Liam

Danke an Tanja!


"Hallo zusammen,

also dass ich Ilis website gefunden habe.. echt ein Glücksfall! Danke schon mal im Voraus! Ich hatte schon lange das Gefühl, in keine der mir bekannten Definitionen hineinzupassen. Mein innerer Konflikt ist es auch, warum ich mich bei noch niemanden geoutet habe. Ich dachte sowas gibt’s nur einmal, so unnormal wie das ist. Schon seit meiner Jugend fühlte ich mich wahnsinnig angezogen von schwulen Jungs, Je femininer sie aussehen und sich kleiden und benehmen, desto besser. Dass ich nicht auf richtige Jungs stehe weiß ich schon eine Weile. Mir gefielen schon immer die ganz weiblichen Jungs ohne großartig Muskeln, die ganz schlanken eben. Lange habe ich gedacht, der Richtige zum Verlieben war einfach noch nicht dabei. Und mit 28 kriegt man dann schon langsam Panik, dass man für den Rest seines Lebens alleine bleiben wird. Ein paarmal hatte ich mich verknallt so als ich 17-23 war, aber meistens kam dann raus, dass meine Objekte der Begierde schwul waren. Damals hatte ich das sehr bedauert, weil sie ja somit nicht für mich als Partner in Frage kamen. Und das ganz komische: Ich hatte irgendwie nie ein Bedürfnis nach Sex. Darüber habe ich mir nie sonderlich Gedanken gemacht. Ich hatte einfach nicht das Verlangen mit einem Jungen zu schlafen. Dass ich in meinem Freundeskreis beobachtete, dass ich damit wahrscheinlich alleine war, fand ich auch nicht sonderlich außergewöhnlich. Eine Zeitlang habe ich dann gedacht, ich sei asexuell, was nun aber doch nicht so ganz stimmt, wie ich in den letzten zwei Jahren herausgefunden habe. Die einzige „Beziehung“, wenn man das so nennen kann mit einem Typ ging nicht länger als 6 Monate. Als er einsah, dass ich ja doch nicht freiwillig mit ihm schlafen werde, egal was er auch tut, ging das Ganze jäh zu Ende. Vorher hatten wir ein paarmal miteinander geschlafen, eher unter Zwang. Ich habe rein gar nichts dabei gespürt. Und er hat mir dann ins Gesicht gesagt: Du brauchst eine Frau. Das war mir vorher nicht soo klar. Aber vielleicht hatte er ja recht. Aber wäre mir das nicht schon vor meinem damals zarten Alter von 26 aufgefallen??

Also ging ich von da an davon aus, dass ich lesbisch bin. Ich habe nach den Anzeichen im Netz gesucht, die das verdeutlichen könnten. Ja, so wie Anne gings mir auch, auch ich habe im Kindergarten und in der Grundschule viel lieber mit Jungs gespielt, hatte aber auch Puppen und wollte eigentlich kein Junge sein. Benahm mich aber so wie einer. Und noch heute, erwische ich mich immer wieder dabei, dass ich Jungs beweisen möchte, dass ich ja wohl mindestens genauso stark wie sie bin und doch zu ihnen gehöre und nicht zu diesen Mädchen. In Kreisen von nur Jungs wo ich das einzige Mädchen war, habe ich mich immer sehr wohl gefühlt. Ich benahm mich so, als sei ich einer von ihnen. An den Unterhaltungen merkte ich oft, dass sie mich auch eher so sehen, denn in Gegenwart eines richtigen Mädchens hätte man sich sicher anders ausgedrückt. Das gefiel mir. Dazuzugehören. Ich merkte und merke auch heute noch, dass ich oft denke, wie Jungs. Wahrscheinlich weil ich oft genug gehört habe, was sie sich so unterhalten oder vielleicht auch, weil in mir ein Teil Junge steckt. Klar, ich hatte auch Freundinnen. Auch beste Freundinnen. Aber das einzige Mädchen in einer Jungscommunity zu sein, gefiel mir besonders gut. Auch heute sind meine meisten Freunde Kumpels. Eine Freundin sagte mal, ist ja kein Wunder, dass du so viele Kumpels hast, die wollen alle mehr von dir, und du aber nicht von ihnen. Dann ergibt sich das automatisch. Aber ich glaube, es ist einfach die Art, wie Jungs miteinander umgehen, die mir viel mehr zusagt, als dieser Weibertratsch. Ich kleide mich eigentlich fast immer eher Jungenhaft, mag es aber auch hin und wieder sehr weiblich auszusehen, habe dann aber das Gefühl, in eine andere Rolle zu schlüpfen.

Das ich auf schwule Männer stand (und stehe) habe ich im Nachhinein als Erklärung für mein Lesbischsein gesehen. Is ja klar, wenn man merkt, man steht auf feminine Schwule Männer, was ja nicht sein kann, steht man in Wahrheit auf Frauen, denn das gibt es ja, dafür gibt es einen Begriff.

Und zugegebener Maßen habe ich das auch bis vor ein paar Tagen gedacht, bevor ich im Google danach suchte, worauf ich glaubte niemals eine Antwort zu finden. Ich war auf verschiedenen Lesbenveranstaltungen und Turnvereinen für lesbische Mädels aber irgendwie fühlte ich mich da gar nicht soo sehr zugehörig und aufgehoben, wie ich dachte. Während mir die ganz burschikosen Mädels eigentlich gleichgültig sind, fühle ich mich zu femininen Frauen schon irgendwie hingezogen. Jedoch weiß ich noch immer nicht, ob das auch sexuell so wäre. Da ich eher schüchtern bin, habe ich noch kein lesbisches Mädel kennengelernt. Bei einem schwul-lesbischen Tanzkurs, wo ich dachte, jemanden zu treffen, war ich dann eher fasziniert von den männlichen Tanzpaaren. Und wenn ich jetzt zurückdenke. Selbst meine Mutti hat mal gesagt, du scheinst eine besondere Anziehung auf Schwule auszuüben. Irgendwie sind sehr oft Schwule da, wo ich auch bin und wir finden uns sehr nett. So auf Anhieb. Mir kam eine Szene aus Amsterdam wieder ein, als ich mit einem Kumpel zufällig in einen Schwulencafe reinkamen. Die Atmosphäre war der Hammer. Noch immer denke ich gerne an die halbe Stunde in diesem Cafe zurück. In dem ich mich zwar irgendwie, rein äußerlich fehl am Platze fühlte aber innerlich eine tiefe Harmonie verspürte. Ich konnte es gar nicht beschreiben, dieses Gefühl, so 100%ig richtig zu sein, dazuzugehören. Uns war sehr bald klar, wo wir waren, da unter den Cafebesuchern auch etliche Transfrauen waren. Überall, wo ich Schwule traf, war immer sofort vom ersten Augenblick an das Gefühl da, dass die Chemie stimmt, dass man einander zugehörig fühlt. Wenn ich irgendwo im Urlaub, Schwule sah, wäre ich am liebsten einfach hingegangen und hätte mich mit ihnen unterhalten. Ich denke, dass meine Eltern und ein Teil meine Freunde davon ausgehen, dass ich lesbisch bin. Warum um alles in der Welt hat sie denn keinen Freund, sehnt sich nicht nach einen und erklärt selbst den hübschesten, intelligentesten und nettesten Jungs, dass sie nur kumpelhafte Gefühle für die aufbringen kann?

Als ich neulich beim Friseur war (klar war der schwul) war ich nachher wie aufgeladen. Energetisiert. Das war der Hammer. Immer wieder stelle ich an mir fest, dass ich mich wie ein schwuler Mann bewege oder dasitze wie ein Schwuler. Ich bin dann meist selbst ganz erschrocken und habe gehofft, dass das niemand gesehen hat, und habe versucht, die Sitzhaltung zu ändern. Sowas habe ich bei (anderen) Lesben eigentlich noch nicht beobachtet.

Klar steh ich auch total auf Filmszenen oder Alltagsbeobachtungen zwischen schwulen Männern. Und Männer in Karottenjeans finde ich mehr als schick! Ich stand auch schon immer auf Jungs in Röcken. Wenn wir zu irgendwelchen Festivals waren, und die Typen das nur so aus Spaß angezogen hatten, hat mir das richtig gut gefallen. Und ich liebe es, wenn Schwule singen! Auch wenns gar nicht mein Musikgeschmack ist oder die Texte doof sind, allein ihre Stimme!! Und wie sie sich auf der Bühne bewegen. Da könnte ich stundenlang zuschauen! (z.b. Richard Fairbrass, Sänger von Right Said Fred)

Jetzt weiß ich aber immer noch nicht genau, was ich will. Eine feminine Frau oder einen femininen Mann. Und überhaupt, selbst wenn ich es 100%ig wüsste, gibt es ja, wie Anne auch sagt, kaum eine Chance diese Neigung auszuleben.

Seit Jahren habe ich darauf gewartet, endlich den richtigen Mann zu finden, in den ich mich richtig verknalle. Dann habe ich gedacht, toll, wenn du jetzt lesbisch bist, und schon keinen Typen gefunden hat, wie soll ich dann eine Frau zum verlieben finden? Und jetzt wird die Sache noch komplizierter.

Habe ich gedacht. Aber: meine Erkenntnis kann auch ganz neue Tore öffnen. Viele lesbische und schwule Paare wünschen sich doch Kinder. Ich selbst hätte auch gerne welche. Später. Jetzt müsste sich ein schwules Paar mit Kinderwunsch von denen einer ein Guydyke ist mit einem lesbischen Paar zusammenfinden, von denen eine oder beide oder keine eine Girlfag ist. Klingt logisch, oder?

Das geht natürlich auch ohne die guydyke und girlfagkomponente, was die Sache sicher vereinfacht. Dann bekommen die vier vier Kinder und die Bilderbuchfamilie ist perfeckt. Ich könnte mir nämlich recht schwierig vorstellen, ein Kind zu bekommen, dass seinen Vater nicht kennt und auch nie kennenlernen wird. Wenn ich nun aber eine Anzeige aufgebe, dass ich ein schwules Paar zum Aufbau einer Triziehung suche, entsteht sicher immer die Situation, dass ich mich ausgeschlossen fühle, weil die beiden sich ja lieben und ich letztendlich nur die Geduldete bin. Ich glaube, das Ganze ist doch sehr verzwickt. Vielleicht sollte ich mir einfach eine Frau suchen mit der ich dann mit zwei Schwulen zusammenzieh und dann sehen wir, was passiert. Wenn das Leben nur nicht so verdammt kurz wäre!

Vielleicht liegt die Erklärung aber auch einfach in meiner Bisexualität, was es wohl am ehesten trifft, nur eben dass diese zu sehr femininen Jungs geshiftet ist.

Und so wie Claire das formuliert, ist ja alles halb so schlimm, wenn zwei Bisexuelle sich finden und im Partner die jeweils beiden Geschlechter finden. Vielleicht sollte ich einfach mal so eine Anzeige aufgeben.

Würde mich über Meinungen und Kommentare oder über Berichte von Gleicherlebtem von euch da draußen freuen!

Toll wärs natürlich, wenn sich ein schwules Paar findet, mit denen ich versuchen könnte, sowas wie eine Triziehung aufzubauen. Oder noch ein anderes schwules Mädel liest meine Zeilen und fühlt ähnlich und meldet sich!

Den Gedanken, niemals das zu finden, wonach man sucht, finde ich schrecklich! Und wie Anne auch, habe ich keine großen Hoffnungen. Leider.

Aus Berlin grüßt euch die Tanja!"

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Beitrag am So 10 Jun 2012, 8:28 pm  Liam

Danke an V


"Also meine Geschichte als Girlfag ist relativ verworren..

Begonnen hat es wohl damit, dass ich mich für Mangas interessiert habe und es gibt da auch eine Sparte für schwule Kitsch bis Erotikmangas. Da war ich ca.. 14?
Nachdem ich den ersten gelesen habe, wollte ich mehr davon, begann mich in dieser zuckerigen Welt zu verlieren, in der es normal war, dass Männer Männer lieben. Für mich war das so eine kleine heile Welt, in der Gefühle noch sein duften was sie sind und keine peinlichen, unangnehmen und lästigen Dingen waren, die einem alles nur schwer machen. Ich hab mich immer von Jungs in meinem Alter nie beachtet gefühlt und wurde immer abgelehnt aufgrund meines Aussehens und habe mich dann noch mehr in diese Welt geflüchtet (zugleich auch noch musikalisch/szenetechnisch in eine eigene Welt, das ging Hand in Hand)

Ich habe es einfach lange nur für eine Neigung, etwas unreales, aber schönes gehalten, habe mich aber irgendwie nie damit begnügen können, weil ich immer das Gefühl hatte, dass ich ein schwuler Mann sein wollte und AUCH einem Mann meine Liebe so aufrichtig und ehrlich zeigen wollte wie in diesen Darstellungen. Als Frau hielt ich das nie für möglich.

Mit 16-17 hatte ich dann meinen ersten Freund, der alelrdings nie mit mir schlafen wollte. Er war asexuell und es war eine schöne, sexlose und angenehme Beziehung, die aber leider auseinander ging.. wir sind heute noch gute Freunde.

Kurz darauf hatte ich eine beste Freundin, die auch (aus heutiger Sicht) eine Girlfag Neigung hatte, inzufern war es für uns der größte Spaß schwule Geschichte zu spinnen, wir haben ganze Tage damit verbracht reale leute, die wir optisch gut fanden und in der Schule öfter sagen als schwule Charaktere in unsere kleine fiktive Geschichte einzbauen. Ich hab Geschichten geschrieben, die Charaktere gezeichnet und wir hatte einfach total viel Spaß daran, obwohl wir die Leute damals gar nicht kannten. Uns diente nur ihre Optik dazu weiterzuspinnen. War schon lustig und ich merkte wiederum, wie meine Fantasie das Gebilde "Männerliebe" zum einzig wahren romantischen Verhalten krönte.

Tja, und wie es der Teufel will, ich verliebte mich mit 17 in einen dieser "Darsteller" und in der Tat, als wir eines Tages nach der Schule ein paar Bier getrunken hatten, erhörte er mich und wir küssten uns. Tja, ich war sowas von happy und es war mir fast peinlich, solche Geschichten über "ihn" gesponnen zu haben.

Unsere "Beziehung" war ein ständiges Schlussmachen und wiedervereinen, ich habe gelitten wie ein Hund unter ihm. Er hat mich mehrfach das Herz gebrochen und dann war es eine Weile aus zwischen uns.

Dann kam dieser Abend, an dem ein gemeinsamer Freund von uns bei mir war, weil wir nacher noch weggehen wollte, ganz schick zu einer Abendveransteltung in Kleid und Anzug- wir tranken vorher ein bisschen und er sprach plötzlich das Thema an- er sei bisexuell. Erstmal staunte ich nicht schlecht, als er mir seine sexuellen Erlebnisse vom anderen Ufer offenbarte, vor allem mit Leutne von denen ich das NIE geglaubt hätte..
Und plötzlich wurde es real. Die Bisexuellen Männer gab es wirklich, es gab sie in meiner Nähe!

Als wir an dem Abend noch ein wenig betrunkener waren, küssten wir uns und versprachen uns die Nacht zusammen zu verbringen. ich wollte diesen bisexuellen Kerl auf jeden Fall! Ich war Feuer und Flamme dafür, bis mein "Ex" auftauchte.
In dem Moment verging mir natürlich sofort die Lust drauf etwas derartiges zu machen und ich blickte reumütig zwischen den beiden hin und her.

Wie es der Zufall wollte, plauderten die beiden dann tatsächlich spaßhalber über dieses Thema und dann kam es zu.. nun sagen wir, einer Wette.
Uff, ich kann die Nacht zwar ausführen, aber das hat meine Sicht sowas von gewandelt, dass ich heute noch mit einem Grinsen daran denke.

Seitdem hatte ich nur eine weitere Heterobeziehung, die ich allerdings furchtbar fand. Meiner meinung nach kann nur jemand der meine Neigung toleriert oder bisexuell ist mein Partner sein. Oder meinem ganz bestimmten Muster entspricht, das meine schwule Seite weckt, allerdings bin ich bis heute nicht sicher, ob ich diese dann auch ausleben könnte.

Fakt ist, ich habe für "nur hetero" Machomänner nicht wirklich was übrig.. aber so ganz sicher bin ich mir nicht, was nun wirklich das "Non-plus Ultra" wäre für mich.. aber das möchte ich gar nicht wissen. meine Freunde (fast alle männlich) sind zwar alle hetero, aber sehr offen untereinander und nicht abgeneigt sich auch mal zu umarmen oder spaßhalber zu bekuscheln, sehr zu meiner Freude..

Wobei die meisten auch wissen, das ich auf Männer die Männer "liebhaben" stehe, besonders wenn es in zärtlich/romantischer/vorichtiger Hinsicht ist. Ist aber kein großes Thema bei uns, sie finden ja auch Lesben ansehnlich."

Zuletzt von Liam am So 10 Jun 2012, 8:31 pm bearbeitet; insgesamt 1-mal bearbeitet

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Beitrag am So 10 Jun 2012, 8:29 pm  Liam

Übersetzung von midian. DANKE!
Englischer Originaltext unten.


Wanted_a_pony (livejournal username)

Thanks a lot!
(http://community.livejournal.com/girlfags/71918.html?thread=400366#t400366)


Und nicht nur “süße schwule Jungs” – die bisexuellen/schwulen Männer, zu denen ich mich hingezogen fühle, sind älter (ich bin 48) und entsprechen nicht dem was normalerweise für süß oder gut-gebaut oder was-weiß-ich gehalten wird. Ich fühle mich zu ihnen hingezogen, weil sie (1) „mein Typ“ sind [belesen, intelligent, freundlich, usw.], (2) Erwachsene sind, die sich als männlich identifizieren [meisten, aber nicht immer biologische Männer] und (3) in der Lage sind eine sexuelle Beziehung zu einem anderen Mann zu führen [z.B. schwul]. Wie genau sie schwul sind, was sie denken, was es bedeutet schwul oder bi zu sein, kann variieren.

Wenn das zu schwammig klingt, liegt das daran, dass Jahrzehnte mich gelehrt haben, dass es zu den Definitionen die wir anzuwenden versuchen, genauso viele Ausnahmen wie Regeln gibt. Ich nehme mich selbst als Beispiel. Als ich mitten im Teenageralter war, dachte ich, dass ich lesbisch sei, meine erste Liebe war ein Mädchen und ich liebte Frauen aus tiefstem Herzen. Dennoch war ich immer bereit männliche Liebhaber in Betracht zu ziehen, da es so eben viel einfacher war den Anforderungen der Gesellschaft zu entsprechen, und da ich sie wirklich aufregend, wenn auch mysteriös, fand. So kam es, dass ich mit 21 Jahren mit einem Mann verheiratet war, mindestens teilweise aus dem Grund, dass er aktiv bi war und es mochte, dass ich es auch war. Während unserer Ehe fing ich an meine Zeit mit einem sehr guten Freund zu verbringen, der ein sehr schwuler Mann war [nach Kinsey ungefähr eine 5]1, und nach meiner Scheidung liebte ich es mit ihm „boy watching“ (Jungs beobachten) zu betreiben und mich allgemein in ihn und seine Freunde zu verknallen. Ich mache Witze darüber, dass mein schwuler Freund mich zu einem Hetero gemacht hat: weitere romantische Beziehungen mit Männern folgten und ich begann zu denken, dass ich mich einfach für eine hauptsächlich heterosexuelle Identität entscheiden sollte.

Vor ungefähr 10 Jahren, nachdem ich mich meinem jetzigen Ehemann hingegeben hatte, hatten wir beide medizinische und psychologische Probleme, die unser Sexleben ernsthaft aus der Bahn brachten. Es ging soweit, dass ich anfing, mein Grundverlangen neu unter die Lupe zu nehmen. Ich entdeckte, dass ich mich immer noch mehr homo- als heterosexuell „fühlte“, aber dass ich sexuell an den meisten Frauen nicht interessiert war. Ich fand Männer immer noch aufregend und ich verbrachte meine Zeit immer noch gerne mit den schwulen Jungs. Was ich wirklich wollte, war einer dieser Jungs zu sein. Ich fühlte mich wie ein schwuler Mann im Körper einer Frau. Wenn ich nicht wirklich sehr verliebt in meinen ziemlich-hoffnungslos-heterosexuellen Ehemann wäre und wenn eine komplette anatomische Umwandlung von Frau zu Mann nicht außerhalb meiner Reichweite wäre, dann würde ich alles dafür geben einen männlichen Körper zu bekommen und dann würde ich mich mit Männern verabreden.

Ironischerweise ist mir der Begriff GirlFag das erste Mal vor zwei Monaten begegnet. Ich habe 47 Jahre gebraucht, um an den Punkt zu gelangen, an dem ich erkennen konnte, sobald ich den Begriff las: „Oh, das ist eine gute Zusammenfassung von dem, was ich fühle.“ Es ist nur ein kurzes Wort, dass zu Missverständnissen und unterschiedlichen Definitionen führen kann. Ich denke, dass ich mich weiter entwickeln werde; in drei Jahren identifiziere ich mich vielleicht als hauptsächlich-etwas-anderes. Es überrascht mich nicht, wenn andere Leute es nicht verstehen, da ich selbst so lange gebraucht habe. Es überrascht mich nicht, wenn andere versuchen mich anders zu definieren, da ich mich selbst fast mein ganzes Leben lang anders definiert habe. Das heißt nicht, dass sie automatisch recht haben, aber alles was ich tun kann, ist zu versuchen mir bewusst zu machen, wie ich fühle und zu versuchen mich authentisch zu erklären, darzustellen und zu erleben.

Mal ganz im Ernst, wenn man mit den Schwierigkeiten der menschlichen Psychologie und den Erfahrungen anfängt, die Sprachbarriere, die Erwartungen der Gesellschaft und die ganzen anderen Dingen dazunimmt, aus denen sich unser Verständnis über Sex und sexuelle Identität zusammensetzt, dann ist es ein Wunder, dass wir überhaupt jemals verstehen, über was andere Leute sprechen! Man muss es einfach versuchen und dabei im Hinterkopf behalten, dass es Menschen gibt, die nicht überzeugt werden können, oder die nicht akzeptieren werden, was du sagen willst. Und dann musst du entscheiden, ob du eine andere Taktik versuchst, oder ob du aufgibst und weiterziehst. Ich hoffe, dass ihr Menschen findet, die zuhören und die froh darüber sind, wer ihr seid!



1 Alfred Charles Kinsey (1894-1956), amerikanischer Biologe und Sexualforscher. Er erstellte eine Skala von 0-6, mit der er die sexuelle Orientierung einordnete: 0 – ausschließlich heterosexuell1 – Überwiegend heterosexuell, nur gelegentlich homosexuell2 – Überwiegend heterosexuell, aber mehr als gelegentlich homosexuell3 – Gleichermaßen heterosexuell wie homosexuell4 – Überwiegend homosexuell, aber mehr als gelegentlich heterosexuell5 – Überwiegend homosexuell, nur gelegentlich heterosexuell6 – Ausschließlich homosexuellX – Asexuell




Well, and not just "cute gay boys"--the RL bi/gay men I'm attracted to are older (I'm 48) and not usually what society considers cute or hunky or what-have-you. I'm attracted to them because they're (1) "my type" [literate, smart, kind, etc.], (2) adults who identify as male [usually but not always "outies"] and (3) able to establish a sexual relationship with another man [e.g., gay]. How they are gay, what they think it means to be gay or bi, can vary.

If that seems too fuzzy, it's because decades have taught me that there are as many exceptions as there are rules to the definitions we try to use. I use myself as an example. I thought by mid-teenagehood I was gay, my first lover was a girl & I loved women deeply. I was always ready to consider male lovers, though, since it was just so much easier to follow society's expectations & since I really did find them exciting, if mysterious. I ended up married at 21 to a fellow, at least partly because he was actively bi & liked that I was too. While I was married I began to hang with a best friend who was a very gay male [about a Kinsey 5], & after my divorce I loved to go "boy watching" with him & generally crush on him & his friends. I joke that my gay friend "turned me straight": other romantic relationships with men followed & I began to think I should just settle for a mainly heterosexual identity.

About 10 years ago, after I'd committed to my current husband, we both had medical & psychological issues that seriously derailed our sex life to the point where I began to reexamine my basic desires. I discovered I still "felt" more gay than straight, but I wasn't sexually interested in most women. I still found men exciting, & I still loved hanging out with gay guys. What I really wanted to be was one of those guys. I felt like a gay guy in a woman's body. If I wasn't majorly in love with my pretty-hopelessly-heterosexual husband, & if anatomically-complete F2M procedures weren't out of my reach, I would do my damnedest to transition to a male body & then date men.

Ironically I first encountered the word girlfag about 2 months ago. I've spent 47 years getting to the point of recognizing, as soon as I read it, "Oh, that's a good summary of what I'm feeling." It's just a shorthand, subject to misunderstanding & differences of definition. I imagine I'll continue to evolve; perhaps I'll identify as primarily-something-else a year or 3 from now. I'm not surprised other people can't figure it out, when it took me so long. I'm not surprised when others try to define me differently, when I defined myself differently for most of my life. It doesn't make them right, necessarily, but all I can do is try to stay aware of how I feel & try to explain/present/experience myself authentically.

Really, when you start with the difficulties of human psychology & experiences, & add language confusions & societal expectations & all the other stuff that makes up our ideas about sex & sexual identity, it's a wonder we ever figure out what other people are talking about! You just have to try, & keep in mind that some people just can't be convinced or won't accept what you want to say, & then you have to decide whether to try a different tack or give it up & move on. I hope you find folks who hear & are glad about who you are!"

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Beitrag am Mo 16 Jul 2012, 10:14 am  Gast

Text eines guydykes von der alten HP:

"I am a biological male. My gender identity is male. I do not consider myself gay, straight or bi. I do not consider myself transgendered, being very comfortable with my biological assignment, although sometimes it feels a little at odds with my emotional and sexual self. I am not a submissive and I am not a domme. I am not attracted to men. I am occasionally attracted to heterosexual and/or bi-sexual women. I am, and have always been, emotionally, physically and spiritually attracted to gay/queer women, and I strongly identify as such. I do not identify as a “male lesbian” or a lesbian in a male body. I do not like the term “guydyke” either, the closest term that I think that comes close to explaining my orientation is “XY Dyke”.

From a very early age I have known, loved and been nurtured by women and in particular have always been drawn to gay women. There was one couple in particular whom I was very close to as a child. They were in their mid forties and had been together since they were at university. They had one of the most genuine bonds of love and trust I have ever seen. I would spend hour upon hour with them. I just liked being in their company, learning things from them, mucking about in their garden, and playing with their dogs. They were the kind of people I admired, respected and dreamt of becoming one day. I was also at the age where I was blind to sexual and gender orientation, I just knew that there was something different about them and about me as well.

Later as I became sexually self aware, I realised that I was not particularly attracted to the girls that I was supposed to be attracted to. People assumed I was gay. I assumed I was gay. I knew I was not attracted to men; I was attracted to women, but not the ones that society wanted me to be attracted to. I did not and still do not like being in male and /or “straight” environments. I just do not get it and I am always the outsider in such situations. There is no commonality, no points of reference and no interest for me. I have always got on better with and related better to women in general. Most of my good friends are women. All my really close friends, my non-biological family, are gay women.

It was not easy admitting to myself that I am sexually and emotionally attracted to gay women. People assume that all straight men are attracted to lesbians. Straight men, as a rule, are aroused by straight or bi women having sex with each other. Hetero porn with lesbian scenes is a prime example of this, and we all know porn sex is not real sex, mainly because it lacks the all-important emotional component. Some people, lesbian, gay, straight, bi etc, find it laughable at best and offensive at worst that a “straight man” is attracted to gay women. They assume it is fetishistic, deluded and insulting to the LGBT community at large and their own sensibilities and integrity. They assume it is because I have the idea that all lesbians really need a man, need a penis. Some people also think that I am gay and have not yet had the courage to admit that to myself. They think that me being attracted to “masculine or butch” women is just a sign that I am not ready to “move up to men” but that it is an inevitable step. (I have had gay and straight men, and sometimes women say this to me many times.)

For the longest time, I thought they were right in their thinking. Then I became friends with a very inspirational woman. A very inspirational gay woman, who taught me to follow my heart and soul to whatever end and to trust my instincts. I ended up trusting myself, and we became lovers. For some reason, this seemed to be a very big deal for everybody except the two of us. Most people, our fiends etc, were loving and supportive but the world at large was against us from the start. Straight men seemed baffled and derisive. Most straight women seemed angry and vindictive. Some gay men were amused and dismissive. A small but vocal minority of gay women were hostile, defensive and excommunicated this woman from this community because she was seen as a traitor to her sexuality and her gender. These external factors ultimately drove us apart. I was resentful because these people had come between me and someone I loved, and still love, dearly. They had helped to destroy the best, most fulfilling and happiest relationship I had had up until that point in my life. Yet, despite all this the thing that upset me most was the hypocrisy.

I learnt from this episode. I did a lot of soul searching and asked myself many hard and difficult questions, the kind of questions that any gay/queer person knows all too well. After a time and a lot of heartache and heartbreak I learnt to only listen to myself, to be who I was meant to be and not what others wanted me to be. I learnt to be the happiest human being I could be by sharing my love with those that I want to, those that I love and care for and those that are of a like mind. Being dishonest to your self, especially for the spurious reasons of conformity and not wanting to upset people simply by being yourself, is the greatest of sins. Be true to your own sense of integrity.

“Why gay women?” That is a question I am asked all the time and I do not mind answering it anymore. I was raised by strong, powerful, intelligent women who knew their own minds and knew who they were and who they wanted to be. These women were beholden to their own principles and their own integrity. I learnt this at my mother’s knee and I continued to learn this from all the amazing women that I have had the pleasure to meet and commune with. These are traits that are not unique to gay women but that are more prevalent simply because of how society treats people who are not “normal” or subvert the status quo. Also, I find the androgynous, “masculine” and dyky extremely attractive, both aesthetically and sexually. I always have and always will, and I am (now) proud to say as much. The standard norms of what is sexy, alluring and acceptable for a woman are lost on me, happily.

Since that time I have been in many mutually fulfilling, genuine, honest, caring and wonderfully free relationships with women who like women. I would like to thank each and every one of them for looking beyond gender, sexual labels and community dogma and instead following their own moral, ethical, emotional and sexual compasses. I just wish at we all could be a little more open, honest and mindful of ours and others inner selves, inner voices and inner dreams and strive to make them all content, vocal and tangible."

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Beitrag am Di 31 Jul 2012, 9:58 pm  elena1

Als Kind war ich genauso wie Du, ab der Pubertät verlief es bei mir anders, ich hatte einige Beziehungen mit Jungs. Ich lebe jetzt mit einem Mann zusammen, der wenig männliche Wesenszüge hat, ich dafür etwas mehr. Ich hatte bis vor einem halben Jahr immer das Gefühl, mit mir stimmt etwas nicht - bei mir läuft es nicht rund. Bis ich auf den Begriff schwule Frau gestossen bin und mich seitdem absolut damit identifiziere. Seitdem schließen sich für mich die Kreise und ich verstehe, warum manche Dinge in meinem Leben so verlaufen sind. Ich hatte schon als Jugendlicher immer eine Abneigung gegen schwulen- oder lesbenfeindliche Äußerungen, wobei mein Freundeskreis aus heterosexuellen besteht. Ich hätte allerdings auch gerne schwule Freunde.

Liam schrieb:Danke an ganymed!


"Ich bin Mitte 40, also nicht mehr so ganz die Jüngste… Ich weiss seit etwa Anfang Mai, dass es diese wunderbare Webseite gibt. Und von hier weiss ich wiederum, dass es andere Frauen gibt, die genauso oder ähnlich empfinden. Es war, als hätte sich eine Türe geöffnet, an der ich bislang immer vorbeigelaufen bin.

Ich würde sagen, dass ich in meinem ganzen Auftreten eigentlich immer schon eher burschikos war, nicht besonders fraulich, will sagen, die männliche Seite war schon irgendwie mit drin. Als Kind bis zum Beginn der Pubertät ein echter Tomboy mit dem sehnlichsten Wunsch, ein Junge zu werden. Ausgrenzung von Mädchen und abschätzige Bemerkungen haben mich immer auf die Palme gebracht. Immer musste ich (mir?) zeigen, dass ich noch höher klettern, noch weiter springen, noch mutiger sein konnte als Jungen. Die Pubertät war bei mir aus verschiedenen Gründen eine sehr schwierige Phase, in der ich mich ausser für Lesen für fast gar nichts interessiert habe. Merkwürdigerweise habe ich an diese Zeit nur sehr vage Erinnerungen.
Seit ich 20 war und mit dem Studium angefangen hatte, kamen in meinem Freundeskreis die meisten Männer aus der (mehr oder weniger ausgelebten) schwulen Ecke, was mir aber nie Anlass zu grösseren Überlegungen gegeben hat, da mein bester Freund schwul ist und seine Freunde dann eben überwiegend auch. In ihrer Gesellschaft habe ich mich immer sehr wohl gefühlt, weiter gelaufen ist da natürlich gar nix. Alles eher kameradschaftlich. Heterofreunde und kleine Affären hatte ich natürlich auch, aber – rückblickend meine ich –war da vielleicht immer schon noch was anderes, was ich aber nie definieren konnte.
Dass ich in manchen Romanen die homoerotischen Szenen im wahrsten Sinn des Wortes besonders prickelnd fand, war verwunderlich, ich habe es aber einfach so hingenommen. Leider kenne ich z.B. so gut wie keine schwulen Filme (ja, das gibt’s!) und Queer as folk ist gänzlich an mir vorübergegangen. Trotzdem ist es so, dass ich in meinen erotischen Fantasien eben auch ein Mann bin, was 1000mal erregender ist als alles andere.

Was also jahrelang als diffuses Gefühl in mir herumschwirrte, hat nun konkreter Gestalt angenommen. In gewisser Weise ist das befreiend, andererseits sehr verwirrend. Zumindest heute kann ich mit einem guten Gefühl für mich sagen:
ICH BIN EINE SCHWULE FRAU!"

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